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Der Gebetssaal am Baukomplex ist der der muslimischen Gemeinde im Juni 2017 zu Nutzung übergeben worden.

Die Stadt Köln, unter dem Aspekt Wissenschaft, Kultur, Kunst, Handel und Tourismus eine der wichtigsten und historischen Städte in Nordrhein Westfalen, wird mit der DITIB-Zentralmoschee nicht nur um eine Moschee bereichert. Dieses außergewöhnliche Gotteshaus, das auch den Charakter eines Kulturzentrums trägt, bietet neben den täglichen Gebeten auch Platz für sehr unterschiedliche soziale Räume und verschiedenste religiösen und sozialen Dienstleistungen.

http://ditib.de/detail1.php?id=600&lang=de


Die Zentralmoschee: Würdige Heimstätte für eine Glaubensgemeinschaft

Dem Hinterhof entwachsen

DITIB bietet seit 1984 als Hauptsitz des größten muslimischen Dachverbands auf dem angestammten Gelände in Köln-Ehrenfeld vielfältige Dienste für die in ihr organisierten muslimischen Glaubensgemeinschaften an. Bis zum Abriss 2009 war die DITIB auf einem alten Fabrikgelände mit den über die Jahre gewachsenen Strukturen beheimatet. Schon innerhalb des alten Gebäudes war eine Moschee integriert, jedoch von außen als Moschee nicht erkennbar. Dieser provisorisch umgenutzte und baufällige Gebäudekomplex bot der Vielzahl religiöser, sozialer und kultureller Arbeiten und Veranstaltungen nicht mehr genügend Platz und machte damit einen Neubau erforderlich. Darüber hinaus war die Hinterhofmoschee durch den Bauzustand, aber auch die gegebene Baustruktur, wenig einladend.

Bereits im Jahr 1996 erging einem Ratsbeschluss der Stadt Köln, der alle muslimischen Glaubensgemeinschaften dazu aufforderte, gemeinsam den Bau einer repräsentativen Moschee zu realisieren. Nach jahrelangen Diskussionen und dem Scheitern aller städtischen Bemühungen zur Umsetzung dieses Ratsbeschlusses, entschied die DITIB dann 2001, das eigene Gelände umzugestalten. Aus dem im Jahr 2005 mit Unterstützung des Bundes Deutscher Architekten (BDA) durchgeführten Architektenwettbewerbs, an dem 111 Büros teilnahmen, entwickelte sich dann der kompromissfähige Entwurf der Architekten Gottfried und Paul Böhm.

Durch den repräsentativen Neubau endlich werden ein würdevolle Moschee und ein Gemeindezentrum geschaffen, das über die religiösen, sozialen und soziokulturellen Dienste hinaus auch Raum für vielfältige Aktivitäten und Kooperationen bietet.

Die Architektur

Der neue Gebäudekomplex fasziniert durch das Zusammenspiel von Beton, Glas und Holz und wird geprägt von einer 36,5 m hohen transparenten Kuppel, die von zwei filigranen, 55 Meter hohen Minaretten eingefasst ist. Durch das Zusammenspiel von geschwungenen Betonschalen und großzügigen Glasfronten erhält der Bau seinen modernen und einladenden Charakter und beeindruckt durch das außergewöhnliche Raumgefühl.

 

In Formensprache und Materialwahl ist der gesamte Baukomplex und der Kuppelsaal eine Entwicklung von der traditionellen Baukultur hin zur modernen. Durch die großzügigen Freitreppen öffnet sich der Bau allen Besuchern, schafft dies doch das Gefühl, der öffentliche Raum erstrecke sich über die einladenden Treppen in den Gebäudekomplex hinein. So werden Schwellen- und Kontaktängste abgebaut und der einladende Charakter von Bau und Gemeinde gleichermaßen betont.

In der Einordnung eröffnet sich der Bau dem Besucher unter vielen Aspekten und bietet verschiedene Annäherungsmöglichkeiten. So kann der Besucher jeden seiner Schritte so vollziehen und lenken, wie es seinen individuellen Erwartungen, seiner Geschwindigkeit und Neugier entspricht. So laden verschiedene Bauelemente zu verschiedenen Anlässen ein, die der jeweilige Moscheebesucher bewusst vollziehen kann, ohne das Gefühl zu haben, mit etwas Fremden, Unerwartetem konfrontiert zu werden. Der Bau senkt in seiner Formensprache und Kommunikation die Hemmschwellen herab und steigert im selben Maße gleichzeitig Neugier und Faszination. So gibt es schon im Eingangsbereich die Möglichkeit, erst „Atmosphäre“ zu schnuppern, sich dem Ganzen schrittweise zu nähern und zu öffnen, dabei von einem Sog der Neugier und  Erwartung getragen das Gesamte für sich zu erschließen. Damit schafft der Moscheeneubau neue Perspektiven und Begegnungsmöglichkeiten mit dem vermeintlich Fremden und gleichzeitig doch so faszinierend Vertrautem.

Mit dem Neubau ist ein lockendes, zeitgemäßes und funktionales Gemeindezentrum entstanden, darüber hinaus ein würdige, repräsentatives Gotteshaus. Mit einer Moschee, die sichtbar und einladend ist, findet eine bewusste Verortung im Lebensumfeld –auch im architektonischen Sinne- statt. Denn „Integration durch Baukultur“ in ein städtisches Umfeld bietet über das Sichtbarsein und Sichtbarwerden eben auch Identifikationspunkte für alle Muslime in einem Teilwerdungsprozess, weit über Köln hinaus.

Fussnoten:
Die Grundsteinlegung erfolgte Ende 2009 im Rahmen eines feierlichen Programms, das Richtfest fand im Februar 2011 statt und die Eröffnung wird zu einer gastlichen Zeit  erfolgen.
In den Bau fließen weder direkt noch indirekt Mittel von der EU, von Bund, Land oder Kommune. Die DITIB finanziert die Baukosten in Höhe von über 30 Mio. Euro über Eigenmittel und Spenden.

 

 

Broschüre zur Innenraumgestaltung

 

1. Design-Ausstellung in der Kölner Zentralmoschee

Erstmalige Vorstellung der Innenraumgestaltung in einer einmaligen Ausstellung der Zentralmoschee Köln als architektonisches Gesamtkunstwerk.

Broschüre zum Moscheebau

Der Moscheebau in Köln-Ehrenfeld